Bericht über die Heilpflanze des Monats Juli

Ein kleiner Kreis von Interessierten traf sich im Schatten des Heilkräutergartens um dem Märchen über die Heilpflanze des Monats zu lauschen.

Das Märchen berichtete davon dass der Löwe zum König der Tiere gewählt wurde und alle seine Untertanen kamen und brachten eine Gabe mit um sich die Gunst des Königs zu sichern. So auch ein kleiner Vogel - er trug in seinem Schnabel eine Pflanze mit langem Stiel und dicken Blättern und überreichte sie dem König als Geschenk. Da der König mit der Pflanze nichts anzufangen wusste, warf er sie achtlos auf die Wiese hinter dem Höhlenpalast.

Schon bald begann diese Pflanze zu wachsen und sich auszubreiten und nach einiger Zeit hatte sie alle anderen Pflanzen verdrängt. Das verärgerte den Löwen und er versuchte sie mit Hilfe seiner Untertanen auszurotten. Doch je mehr er sie bekämpfe umso mehr vermehrte sie sich. Ärgerlich begann der Löwe zu brüllen ‚wie kommt diese Pflanze überhaupt hierher – die war doch nicht immer da? ‘ Da meldete sich der kleine Vogel, der dem König diese Pflanze als Geschenk gebracht hatte und erklärte ihm, dass sich eine Pflanze den Platz an dem sie wachsen will, immer ganz genau aussucht und sie bietet ihre Wunderkräfte dem an, der sie braucht.

Da brüllte der Löwe weiter, dass er keine Wunderkräfte brauche und wenn er befiehlt dass das Kraut verschwinden soll, dann hat es zu verschwinden. Er brüllte bis seine Stimme immer leiser wurde und schließlich versagte und er keinen Ton mehr heraus bekam.

Daraufhin empfahl der Vogel dem König einen Stängel abzubrechen, die Blütenhaube abzulösen und durch den hohlen Stängel wie mit einem Trinkhalm etwas heiße Milch zu trinken. Der König tat wie ihm geheißen wurde und schon bald konnte der Löwe wieder laut und deutlich sprechen.

Nun zugegeben mit dieser Geschichte war es wirklich schwer zu erraten um welche Pflanze es hier ging. Denn die Pflanze in dieser Geschichte beschrieben wurde, ist bei uns eher als Küchengewürz bekannt – man nennt sich auch das Maggikraut … richtig es ist das Liebstöckel.

Doch wie viele andere Gewürzpflanzen auch, kann diese Pflanze noch viel mehr.

Mittlerweile ist die Wirkung des Liebstöckels auf Harnwegsinfekte sogar wissenschaftlich belegt und es gibt pflanzliche Arzneimittel, die dafür zugelassen sind.

Durch seine Wirkung als Krampflöser, Schmerzstiller und Durchspüler findet das Liebstöckel in der Volksheilkunde noch vielfältige Anwendungen wie z.B. bei Beschwerden im Verdauungstrakt, bei Menstruationsbeschwerden, und als natürlicher Reiniger für die Organe.

Die im Märchen beschriebene Verwendung ist eine alte Anwendung bei Heiserkeit und Halsschmerzen.

Es lohnt sich also, dass wir uns intensiver mit unseren Gewürzpflanzen beschäftigen – sie bergen ungeahnte Schätze, die es zu erfahren und ihren Wert zu schätzen gilt!

 

Und das folgende Gedicht rundete unseren wunderschönen Nachmittag ab.

Die Ehre Gottes aus der Natur

 

Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre,

Ihr Schall pflanzt seinen Namen fort.

Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere;

Vernimm, O Mensch, ihr göttlich Wort!

 

Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne?

Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt?

Sie kömmt und leuchtet und lacht uns von ferne,

Und läuft den Weg, gleich als ein Held.

 

Vernimm′s, und siehe die Wunder der Werke,

Die die Natur dir aufgestellt!

Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke

Dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt?

 

Kannst du der Wesen unzählbare Heere,

Den kleinsten Staub fühllos beschaun?

Durch wen ist alles? O gib ihm die Ehre!

Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun.

 

Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde;

An meinen Werken kennst du mich.

Ich bin′s, und werde sein, der ich sein werde,

Dein Gott und Vater ewiglich.

 

Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte,

Ein Gott der Ordnung und dein Heil;

Ich bin′s! Mich liebe von ganzem Gemüte,

Und nimm an meiner Gnade teil.

 

Christian Fürchtegott Gellert
(* 04.07.1715, † 13.12.1769)

 

 


Rückblick Sommerfest im Heilkräutergarten am 3. Juli 2022

 

Dem Anlass entsprechend lachte die Sonne von einem strahlend blauen Himmel … denn es war die nachträgliche Feier des 125jährigen Bestehens des Homöopathischen Vereins Winterbach e.V. zu der Mitglieder, Freunde und Gäste eingeladen waren mit uns zu feiern.

 

Der Start am Vormittag war eine Führung im Heilkräutergarten. Dabei sollte die Aufmerksamkeit einmal den Pflanzen gelten die unseren schönen Garten umrahmen und denen sonst weniger Beachtung geschenkt wird … den Büschen und Bäumen. Es ist immer wieder erstaunlich was die Natur alles für uns bereitstellt. Durch die Ausführungen von Frau Dr. Stecher konnte man viele Anregungen zum Einsatz von natürlichen Mitteln für unser Wohlbefinden mitnehmen.

 

Anschließend ging es zum offiziellen Teil der Feier, zu dem Frau Dr. Stecher als 1. Vorsitzende des Homöopathischen Vereins Herrn Bürgermeister Müller, Frau Dilger vom Gemeinrat und alle Gäste herzlich willkommen hieß.

 

In der Festrede gab Frau Dr. Stecher Einblicke in die Gründungsgeschichte und die Entwicklung des Homöopathischen Vereins Winterbach, der 1895 gegründet wurde. Nach einem kleinen Umtrunk gab es für kleine und große Besucher die Möglichkeit selbst ein Kräutersalz aus den verschiedensten Kräutern herzustellen.

  

Am Nachmittag durften wir dann den Klängen eines Alphorns lauschen zu denen uns Frau Schubert-Kessler noch ein wenig über die Geschichte dieses Instruments erzählte.

Zum Ausklang dieses erfüllten Tages las Frau Rachel in gemütlicher Runde noch zwei wunderschöne Pflanzenmärchen.

  

Immer wieder ist man erstaunt auf welch vielfältige Weise die Natur für unsere Wohlbefinden und unsere Gesundheit sorgt. So haben wir aus den Ausführungen von Frau Dr. Monika Stecher wieder viele Anregungen aus dieser Führung mitnehmen dürfen.

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Bericht über die Heilpflanze des Monats Juni

 

Es fand sich dieses Mal nur ein kleiner Kreis von Besuchern ein, der sich trotz des angekündigten Wetters getraut hatte zu kommen. Zu Beginn hatten wir zwar noch versucht die dunklen Wolken mit einem Lied zu vertreiben, doch wie sich am Ende herausstellte hat es nicht gereicht.

 

Wir durften trotzdem ein schönes Märchen genießen, das uns auf die Heilpflanze des Monats einstimmte. Es erzählte von ‚Der Macht der Düfte‘ … doch wer jetzt sofort an die Rose denkt hat weit gefehlt.

 

Die Geschichte handelte von Elfen, die die Menschen piesackten und ihnen dadurch schlaflose Nächte bereiteten. Und da diese Wesen keiner sehen konnte und niemand wusste was dagegen zu tun ist, entwickelten die Menschen bald alle möglichen Arten von nervösen Beschwerden. Bis schließlich ein Mädchen herausfand, dass es eine Pflanze gab, die in der Lage war die Menschen von diesen Quälgeistern zu befreien … durch ihren Duft, den diese Wesen gar nicht leiden mochten … das war der Baldrian.

 

Wenn man nun die Pflanze und ihre Wirkung näher betrachtet, ist die Verbindung zu der Geschichte durchaus erkennbar. Denn tatsächlich werden Teile der Pflanze noch heute bei allen Arten von nervösen Beschwerden eingesetzt – egal ob Einschlafstörungen aufgrund von Unruhe, nervösen Magenbeschwerden oder auch Wechseljahresbeschwerden bis hin zu Prüfungsangst. Der Baldrian ist in der Lage zu beruhigen und zu entspannen, Ängste und Krämpfe zu lösen und steigert sogar die Konzentration.

  

Er scheint wie gemacht für uns heute und das schöne daran ist – wir finden ihn an vielen Orten in der Natur. Aber auch wer keine Lust hat die Pflanze selbst zu sammeln, dem steht der Baldrian in Form von Fertigpräparaten als Tee oder Tabletten zur Verfügung.


Alphornklänge und Kräutermärchen im Heilkräutergarten

 Die erste Veranstaltung im Heilkräutergarten in diesem Jahr war von besonderen Klängen umrahmt – die Alphornbläserin Sabine Schubert-Kessler war bei uns zu Gast und erfreute die Zuhörerinnen und Zuhörer.

Frau Schubert-Kessler hat uns ein wenig in die Welt der Alphörner mitgenommen und so durften wir erfahren, dass dieses Instrument früher als Kommunikationsmittel der Hirten auf den Alpen diente. Damit wurden benachbarten Sennen oder den Leuten unten im Tal Signale gesendet um z.B.  vor Gefahren zu warnen oder um Hilferufe zu schicken, aber auch um die Kühe auf der Weide zu rufen oder sie zu beruhigen. Daraus haben sich Tonfolgen und sogenannte Alphornrufe entwickelt, die über Jahrzehnte, ja Jahrhunderte weitergegeben, zum traditionellen Liedgut geworden sind.

Nach der musikalischen Einleitung hat uns Petra Rachel in die Welt der Pflanzenmärchen entführt. Die Geschichte handelte von einer Hochzeit mit Hindernissen und einer Pflanze die reines Gold wert ist … aber nur der dieses Gold ernten kann, dessen Hände noch nie Unrecht getan haben. Die Erzählung besagt dass die Pflanze jede Lüge erkennt und ihren Verbün­de­ten, den Teufel zu Hilfe holt und er die unehrlichen Hände verbrennt.

Habt ihr es schon erraten um welche Pflanze es dabei geht … richtig die Brennessel!

Über dieses wunderbare „Unkraut“ und eines der gesündesten Wildgemüse berichtete im Anschluss Frau Dr. Monika Stecher.

Wo sie wächst musste sie eigentlich nicht erzählen … das wissen wir alle … überall. Und dabei bevorzugt sie die Nähe zum Menschen, ganz so als möchte sie uns zeigen wie wichtig und wertvoll sie für uns ist. Ihre Vorzüge als große Heilerin waren schon vor langer Zeit bekannt und ihr Einsatz für den Stoffwechsel z.B. als Tee ist auch heute noch gebräuchlich.

Wir haben aber auch gehört, dass diese von vielen Menschen so verachtete Pflanze mit ihren wertvollen Inhaltsstoffen sehr gut in der Küche verwendet werden kann um unseren Speiseplan aufwerten.

 

So durften alle Besucher einen informativen und entspannten Nachmittag bei sommerlichen Temperaturen im Schatten der Bäume genießen.


Impressionen vom Weihnachtsmarkt 2019


Kinderferienprogramm am 1.8.2018

"Wir basteln einen Taschengarten"

  

Es versprach schon morgens ein herrlicher Sommertag zu werden und somit konnte das Kinderferienprogramm des Homöopathischen Vereins im neu gestalteten Heilkräutergarten pünktlich beginnen. Nachdem Hans- Jürgen Knauss und Gaby Fischer-Knauss für Getränke, Bänke und ausreichend Sonnenschutz gesorgt hatten, konnten wir mit 11 hochmotivierten Kindern starten. Margit Seidel, Anna Feistritzer und Carmen Feistritzer begrüßten die Kinder, im Alter von 6 – 10 Jahren, die einen Taschengarten basteln und den Heilkräutergarten anschauen wollten.

Nach dem ersten Kennenlernen begannen die Vorarbeiten für den Taschengarten. Jedes Kind konnte nun aus einer ausgesuchten Serviette Muster, Blumen und vieles mehr ausschneiden. Anschließend wurden die Motive mit Lack auf ein Kistchen geklebt.

Da diese jetzt trocknen mussten, blieb Zeit um den Heilkräutergarten zu erkunden. Dabei gab es Bekanntes wie z.B. Zitronenmelisse, aber auch für die Kinder unbekannte Kräuter zum Probieren. Die Kinder waren sehr mutig und kosteten vieles. Einige Kräuter und Blüten wurden gleich gesammelt um später daraus einen leckeren Brotaufstrich zuzubereiten. Um den Aufstrich herzustellen, mussten die Blüten gezupft und die Kräuter geschnitten werden. Die Kinder waren mit großem Eifer dabei. Zum Trinken gab es Hollunderblüten-, Kastanien- und Rhabarbersirup. Nachdem das ganze Brot aufgegessen war, konnten wir frisch gestärkt an die Gestaltung des Taschengartens gehen.

Die Kistchen wurden mit Folie ausgelegt und anschließend mit Erde gefüllt. Jetzt durfte der Garten mit Schneckenhäusern, Rinde, Dachwurz, Buchs, Steinen und vielem mehr dekoriert werden. Pünktlich um 13 Uhr waren alle selbstgestalteten Gärten fertig und die Kinder konnten ihre Schätze stolz mit nach Hause nehmen.