Im Namen des Gartens bedanke ich mich sehr herzlich bei allen Besuchern, die sich am Duft und Zauber der Kräuter und Blüten erfreuten, und sicherlich für eine kleine Weile dort zufrieden inne halten konnten.

 

 

Mit einem Zitat von Goethe möchte ich ihn nun in die Winterruhe verabschieden und darauf hoffen, dass wir  uns  im nächsten Jahr gesund und froh dort wieder sehen :

 

 

 

auch das ist Kunst,  ist Gottesgaben
aus ein paar sonnenhellen Tagen
sich so viel Licht ins Herz zu tragen,
dass wenn die Sonne längst verweht,
das Leuchten immer noch besteht.

 

 



Mit folgenden Worten wurde bei der Hauptversammlung des Vereines der neue Heilkräutergarten den Mitgliedern und Freunden vorgestellt.

 

Hildegard von Bingen  (1098 – 1179) schrieb

"In der gesamten Schöpfung sind geheime Heilkräfte verborgen"  

Um diese Heilkräfte in den Pflanzen  zu zeigen, wurde im Jahr 1989 mit viel Begeisterung und Schwung  der erste Garten mit ca. 5 Ar Grundfläche, angelegt um :

 

„ ….die uns anvertraute Schöpfung zu erhalten, das alte Wissen über diese Heilkräfte den Menschen hier in Winterbach wieder nahe zu bringen, sie zu einer gesunden Lebensweise zu ermuntern, und durch seine Anlage, seinen Pflanzen, Blüten und Düften eine beglückende und bezaubernde Erholungsstätte für die Bürger zu bieten....„

so die Beschreibung des damaligen Initiators Prof. Dr. Herbert Uetz

 

Mit derselben Begeisterung wurde nun im Jahr 2018 der neue Garten gestaltet und unter ein Motto gestellt, das Johanna Uetz bei der Eröffnung des alten Gartens am 25. Juni 1989 so beschrieb

 

 

Denn was do gschaffa isch von Gmeind ond vom Verei

soll stets zum Best für alle - ond a lange Zeit au sei

Drum heget, pfleget wer au geht dorei

und gucket, passet auf, dass drenn koi Ofug sei

denn was do gschaffa gwiss und wohr

isch net bloss für uns - au für spätra Johr

dromm helfet, helft, dass ons des bleibt an Gottes Gaben

was wir an heilkräftiger Hilfe in der Natur viel haben

 

 

Umgestaltung des Heilkräutergartens

 

Schauen Sie bei Ihrem nächsten Spaziergang vorbei an unserem fast schon fertig gestellten neuen Heilkäutergarten!

Viele Heilpflanzen haben schon wieder ihre Heimat gefunden in den neu angelegten und vorläufig gekennzeichneten Beeten.

Wahrscheinlich schon nächste Woche wird die Hainbuchen Hecke rings um den Garten angelegt, und der Platz für die neuen Hütten gepflastert, die dann im Juni aufgebaut werden. Daher sind wir nun sicher, dass wir Ihnen am Brunnenfest wieder eine interessante Führung bieten können, wir wussten ja von Anfang an nicht, ob der Zeitplan wirklich klappen wird.

 



Zur Entstehung des Heilkräutergartens

 

Aus der Mitte der Vorstandschaft kam 1986 die Idee Heilkräuter, die natürlichen Heilmittel seit Jahrhunderten – in einem Heilkräutergarten anzupflanzen. Heilkräuter haben eine alte Tradition, die sich bis in Mitteleuropa zurückverfolgen lässt, bis in die mittelalterlichen Klöster. Diese gesammelten Erfahrungen wurden in Bauerngärten übernommen.

 

Im Pflegeheimpark wurde der Kräutergarten mit Zustimmung des Bürgermeisters und des Gemeinderates realisiert. 1988/89 wurde der Garten angelegt in der Ahnlehnung an alte Klostergärten mit Wegekreuz (das früher vor finsteren Mächten schützen sollte), einem Brunnen in der Mitte gestaltet, sowie in barocker Form die Beete mit niederer Buchsbaumhecke eingerahmt. Bänke an den Wegen laden zum Verweilen ein, an Kompostlege und Geschirrhütte wurde auch gedacht. Umgrenzt wird der Garten durch eine frei wachsende Hecke mit verschiedenen Sträuchern, die Bienen, Hummeln und anderen Insekten Nahrung liefern. Hauptsächlich einheimische Pflanzen, die in der Volksheilkunde gebräuchlich waren oder noch sind, wurden in den Garten eingebracht.

 

Das Eingepflanzte ist in Anwendungsgruppen, wie Herz und Kreislauf, Nieren und Blasen, Nerven und Beruhigung, Gewürze und Hauterkrankungen, Husten und Erkältung Magen und Darm, Leber und Galle gegliedert. So können die Heilpflanzen den einzelnen Beschwerden gut zugeordnet werden. Einige Pflanzen sind zur Behandlung mehrer Krankheiten geeignet.

 

Im Sommer werden etliche Pflanzen schonend getrocknet, am Weihnachtsmarkt als Tee, Salbe oder Tinktur für einen geringen Betrag abgegeben. Hauptsächlich einheimische Pflanzen, die in der Volksheilkunde gebräuchlich sind, wurden in den Garten eingebracht.

 

In fachkundigen Führungen werden dem interessierten Publikum die einzelnen Pflanzen und deren Wirkungen auf die Organe erläutert.

 

1991 wurde ein Gingko biloba Baum außerhalb des Gartens gepflanzt, 1994 die Pflanzenschilder erneuert.

 

Mit dem Garten besteht die Möglichkeit das wieder zu entdecken, was unsere Großmutter von der Heilkräuterkunde noch wusste und inzwischen in Vergessenheit geriet. Der Heilkräutergarten wurde und wird weiterhin von Vereinsmitglieder gepflegt und bearbeitet interessierte Mithelfer sind herzlich willkommen. Es macht Spaß in Gemeinschaft zu arbeiten und dabei die Heilpflanzen näher kennen zu lernen.