Der Quittenbaum  ( von einem unbekannten Verfasser )

 

Ich ging in einem schönen Tal,

da staunte ich mit einem Mal:

Es stand vor mir am Wegessaum

ein dunkelgrüner Quittenbaum.

 

 Und in dem Laube wunderhold,

aufglänzend wie das reine Gold,

die Quitten überdeckt mit Flaum,

am dunkelgrünen Quittenbaum.

 

 Welch eine sonnenhafte Frucht

in ihres Wachstums reicher Wucht,

so groß, die Hand umfasst die kaum,

am dunkelgrünen Quittenbaum.

 

 Die Drossel in den Ästen sang

so voll, dass mir das Herz erklang.

Ging über sie ein Liebestraum

im dunkelgrünen Quittenbaum?

 

 Gar viel Erlebtes ist verweht,

doch immer mir vor Augen steht

mit seinem Gold in Tag und Traum

der dunkelgrüne Quittenbaum.

 

 

Sie müssen nicht erst in ein schönes Tal wandern, um einen Quittenbaum zu sehen. Besuchen Sie einfach  den Heilkräutergarten , dort wächst eine wunderschöne

Birnenquitte, die in diesem Jahr mit vielen köstlich duftenden  Früchten beladen ist

 

Die Quitte stammt ursprünglich aus Westasien, im Kaukasus soll sie schon vor rund 6.000 Jahren angebaut worden sein.

 

Im antiken Griechenland wurde sie erstmals um 600 v. Chr. beschrieben. Sie war ein Symbol für Glück, Liebe und Fruchtbarkeit.

 

Die Früchte wurden mit Honig eingekocht. Das sogenannte "Melimelon" diente den Kranken als Kraftspender und den Reisenden als Proviant.

 

Hippokrates, der berühmteste Arzt des Altertums, hat die Quitte bei Magen-Darm-Problemen und Fieber verschrieben. 

 

Bei den alten Römern trat die Quitte etwa um das Jahr 200 v. Chr. in Erscheinung. Sie nannten die Frucht aufgrund ihrer flaumigen Schale "Wollapfel"

Sie setzten sie vor allem bei Vergiftungen ein. 

 

Im alten Rom teilten sich Frischvermählte eine Quitte, dadurch sollte das Eheglück gesichert werden.

 

Wenn schwangere Frauen Quitten aßen, hofften sie, ein geniales, geschicktes und schönes Kind zu gebären.

 

Die Portugiesen bezeichneten die Quitte später als "marmelo", was sich noch im Wort "Marmelade" widerspiegelt.

 

Hildegard von Bingen empfahl die Quitte für Gesunde und Kranke. Sie stärkt die Verdauung, hilft gegen Erkältungen und lindert Entzündungen der Haut,

hilft bei Gicht und bei  Schlaflosigkeit

 

Aus den  Früchten wird  Mus, Saft oder Marmelade gemacht, und sie wird in der Naturkosmetik angewandt, denn sie ist ein echtes Naturtalent im Umgang mit der Feuchtigkeit.
die sie der erholungsbedürftigen Haut spendet. 

 

Die getrockneten Kerne gelten als unterstützendes Heilmittel bei Husten und Halsschmerzen. Sie werden als Tee aufgegossen oder wie Bonbons gelutscht .

Aber bitte die Kerne nicht zerbeißen, da sonst die Bitterstoffe frei werden

 

Für einen Quitten-Tee  köchelt man ein bis zwei Teelöffel Quittensamen (unzerkleinert) mit einer Tasse Wasser etwa fünf Minuten lang.

Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

 

Einhundert Gramm Quitte enthalten etwa 85g Wasser, 6g Ballaststoffe,  38 Kalorien, 0,4g Eiweiß, 0,5g Fett (0,3g ungesättigte Fettsäuren), 7,3g Kohlenhydrate (2,7g Glucose, 4,3g Fructose),

6g Ballaststoffe.  Die Quitte ist reich an Vitaminen und Folsäure, hier besonders Vitamin C mit 13mg, Vitamin B3 mit 0,2mg.

 

Quitten haben einen  höheren Anteil an Pektinen, Gerb- und Ballaststoffen als die meisten Apfelsorten.

 

Pektine sind Schleimstoffe, welche Wasser  binden. Quitten steigern somit das Darmvolumen, bringen die Verdauung in Schwung und regulieren den Stuhlgang.

Sie sorgen im Magen- Darm Trakt dafür, dass ein Teil der Fette sowie Gallensäuren und Cholesterin gebunden und dann ausgeschieden werden.

Auch Zucker wird viel langsamer resorbiert, wenn Pektine im Darm vorhanden sind, so dass sie den Blutzuckerspiegel im Lot halten,

sie binden  Schwermetalle und helfen so dem Organismus bei der Entgiftung.

 

Sie sehen also, eine rundum gesunde und leckere Frucht, die ab Ende September geerntet werden kann. 

 

Am 30. September werden wir übrigens unseren letzten diesjährigen Nachmittag im Heilkräutergarten mit der Heilpflanze des Monats veranstalten.

Lassen Sie sich wieder mit einem  geheimnisvollen Märchen in die Welt der Heilpflanzen entführen.

 

Wir freuen uns sehr auf ihr Kommen und auf einen gemütlichen Nachmittag mit Ihnen  im Garten. 



Umgestaltung des Heilkräutergartens

 

Schauen Sie bei Ihrem nächsten Spaziergang vorbei an unserem fast schon fertig gestellten neuen Heilkäutergarten!

Viele Heilpflanzen haben schon wieder ihre Heimat gefunden in den neu angelegten und vorläufig gekennzeichneten Beeten.

Wahrscheinlich schon nächste Woche wird die Hainbuchen Hecke rings um den Garten angelegt, und der Platz für die neuen Hütten gepflastert, die dann im Juni aufgebaut werden. Daher sind wir nun sicher, dass wir Ihnen am Brunnenfest wieder eine interessante Führung bieten können, wir wussten ja von Anfang an nicht, ob der Zeitplan wirklich klappen wird.

 



Zur Entstehung des Heilkräutergartens

 

Aus der Mitte der Vorstandschaft kam 1986 die Idee Heilkräuter, die natürlichen Heilmittel seit Jahrhunderten – in einem Heilkräutergarten anzupflanzen. Heilkräuter haben eine alte Tradition, die sich bis in Mitteleuropa zurückverfolgen lässt, bis in die mittelalterlichen Klöster. Diese gesammelten Erfahrungen wurden in Bauerngärten übernommen.

 

Im Pflegeheimpark wurde der Kräutergarten mit Zustimmung des Bürgermeisters und des Gemeinderates realisiert. 1988/89 wurde der Garten angelegt in der Ahnlehnung an alte Klostergärten mit Wegekreuz (das früher vor finsteren Mächten schützen sollte), einem Brunnen in der Mitte gestaltet, sowie in barocker Form die Beete mit niederer Buchsbaumhecke eingerahmt. Bänke an den Wegen laden zum Verweilen ein, an Kompostlege und Geschirrhütte wurde auch gedacht. Umgrenzt wird der Garten durch eine frei wachsende Hecke mit verschiedenen Sträuchern, die Bienen, Hummeln und anderen Insekten Nahrung liefern. Hauptsächlich einheimische Pflanzen, die in der Volksheilkunde gebräuchlich waren oder noch sind, wurden in den Garten eingebracht.

 

Das Eingepflanzte ist in Anwendungsgruppen, wie Herz und Kreislauf, Nieren und Blasen, Nerven und Beruhigung, Gewürze und Hauterkrankungen, Husten und Erkältung Magen und Darm, Leber und Galle gegliedert. So können die Heilpflanzen den einzelnen Beschwerden gut zugeordnet werden. Einige Pflanzen sind zur Behandlung mehrer Krankheiten geeignet.

 

Im Sommer werden etliche Pflanzen schonend getrocknet, am Weihnachtsmarkt als Tee, Salbe oder Tinktur für einen geringen Betrag abgegeben. Hauptsächlich einheimische Pflanzen, die in der Volksheilkunde gebräuchlich sind, wurden in den Garten eingebracht.

 

In fachkundigen Führungen werden dem interessierten Publikum die einzelnen Pflanzen und deren Wirkungen auf die Organe erläutert.

 

1991 wurde ein Gingko biloba Baum außerhalb des Gartens gepflanzt, 1994 die Pflanzenschilder erneuert.

 

Mit dem Garten besteht die Möglichkeit das wieder zu entdecken, was unsere Großmutter von der Heilkräuterkunde noch wusste und inzwischen in Vergessenheit geriet. Der Heilkräutergarten wurde und wird weiterhin von Vereinsmitglieder gepflegt und bearbeitet interessierte Mithelfer sind herzlich willkommen. Es macht Spaß in Gemeinschaft zu arbeiten und dabei die Heilpflanzen näher kennen zu lernen.